Was ist Physiotherapie?

Was ist Physiotherapie? - physioSalzburg

1. Was versteht man unter Physiotherapie?

Physiotherapie ist die gezielte Behandlung gestörter physiologischer Funktionen des menschlichen Bewegungssystems. Physiotherapie nutzt physiologische Anpassungsmechanismen im Körper um Wirkung zu erzielen. In der Physiotherapie geht es seit nahezu 100 Jahren um Behandlung.

Als natürliches Heilverfahren nutzt Physiotherapie

• passive, durch äußere Kräfte, z.B. den Physiotherapeuten geführte Bewegung und
• aktive, selbständig ausgeführte Bewegung des Menschen zur Gesunderhaltung bzw. zur Wiederherstellung und Rehabilitation von Funktionsstörungen des Bewegungssystems. Damit ist die Physiotherapie eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen und operativen Therapie.

Die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten ist gesetzlich geregelt und die Berufsbezeichnung geschützt.

Physiotherapie wirkt als Therapie immer über einen ganzheitlichen Ansatz. Auf der Grundlage der ärztlichen Diagnose werden Therapieziele zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung von Funktionsstörungen und Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus angestrebt.

Physiotherapeutische Befundung:

Am Beginn einer jeden Physiotherapeutischen Behandlung steht eine ausführliche physiotherapeutische Befunderhebung durch die/den Physiotherapeutin/en, wo alle Strukturen, die mit einem Problem zusammenhängen können genau getestet und befundet werden. Dies bildet die Grundlage für die Erstellung eines genauen Therapieplans. Ein Wiederbefund nach und vor jeder Therapie lässt die Therapie entsprechend individuell anpassen und abändern.

Als übergeordnetes Ziel sollen die Patienten jedes Lebensalters durch die Therapie Fähigkeiten erlangen, die sie in ihrer persönlichen Lebenssituation für die Bewältigung von Alltag, Beruf und Freizeit benötigen.

2. Wann wird die Physiotherapie angewendet?

Anwendungsgebiete nach medizinischen Fachbereichen:

Physiotherapie bei Unfallchirurgie und Orthopädie:

Nachbehandlung bei:

• Frakturen
• Umstellungsoperationen(Osteotomie)
• Gelenkersatz durch Kunstgelenke (Endoprothesen)
• Gelenkoperationen (z.B. Arthroskopie)
• Bänder- Sehnen- und Muskelrisse
• Entzündliche Gelenkerkrankungen (z.B. Rheuma)
• Gelenkverschleiß (Arthrose)
• und vieles mehr

Physiotherapie auf dem Gebiet der Neurologie:

• Schlaganfall
• Parkinson
• Multiple Sklerose
• Querschnittslähmung
• Lähmungen im Bereich des peripheren Nervs z.B. durch Nervenkompression oder Nervenverletzung
• Schädelhirntrauma

Physiotherapie auf dem Gebiet der Pädiatrie:

• Kinder mit cerebralen Schädigungen
• Klein- und Schulkinder mit Haltungsschwächen und Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen)

Physiotherapie bei Erkrankungen der inneren Organe:

• Erkrankungen der Atmungsorgane (z.B. Asthma, Mukoviszidose, nach operativen Thoraxeingriffen)
• Herz- Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (z.B. arterielle und venöse Gefäßerkrankungen, Lymphödem)
• Erkrankungen der Nieren, Harn- und Geschlechtsorgane (z.B. Harninkontinenz).

Physiotherapie auf dem Gebiet der Gynäkologie:

• Schwangerschaftsgymnastik
• Inkontinenzprobleme

3. Hat die Physiotherapie auch Risiken?

Therapie beinhaltet - sofern sie wirksam ist - ein mehr oder minder großes Risiko von Nebenwirkungen. Unter Beachtung der Kontraindikationen ( krankheitsabhängigen Gegenanzeigen ) und Vorsichtsmaßnahmen sind bei fachgerechter Anwendung die Risiken in der Physiotherapie als überaus gering einzuschätzen.