Bericht Physiotalk 7.3

Bericht Physiotalk 7.3 - physioSalzburg
ISG
früher ignoriert, heute kontrovers diskutiert! So lautet das Motto des heutigen Abends. 140 TeilnehmerInnen sowie die drei rhetorisch und inhaltlich auf höchsten Niveau agierenden Vortragenden machten den Abend zu einem gelungenen Physiotalk. 

Schon vor Beginn des eigentlichen Hauptabendprogramms wurden die BesucherInnen gehörig gefordert. Sie wurden als Einleitung zum ersten Thema des Abends - der Sturzangst - durch einen Parcours geleitet, der einem das Gefühl einer Person mit Sturzangst näher bringen sollte.

Thomas Bamberger leitete den Abend mit einem berufspolitischen Teil zum Thema Tarifsystem Neu und Verordnungsposten PT2 ein.

Anschließend eröffnete Edith Homoki als Gewinnerin des Zukunftspreises 2016, den Abend der Fachvorträge. Sie präsentierte ihre Arbeit in einem interessant und lebendig gehaltenen Vortrag. Edith gab uns einen Einblick über die Angst vorm Stürzen und ihre Auswirkung in unsere tägliche Arbeit mit PatientInnen.

DIANA so lautete etwa nicht der Name der nächsten Vortragenden. Dr. Hirtz, Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie stellte sich der Herausforderung, einem sowohl kritischen als auch sehr interessierten Publikum seine Operationsmethode der ISG Versteifung mittels DIANA-Schraube näherzubringen. Auch er überzeugte durch seinen anschaulichen und verständlichen Vortrag und konnte mehr Klarheit über die Maßnahme der ISG Versteifung bringen, die für uns PhysiotherapeutInnen manchmal unverständlich scheint.

Er gab uns zu verstehen, dass diese Methode erst bei PatientInnen zum Einsatz kommt, die bereits alle anderen konservativen Maßnahmen ohne Erfolg durchgeführt haben und das ISG bereits strukturell so verändert ist, dass nur mehr eine solche Versteifung mittels DIANA eine entsprechende Verbesserung bringen kann. Seine Erfolgsquote gibt ihm dabei reicht. Bei den bisher 60 PatientInnen, bei denen die Methode funktionierte, konnte eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Bei zwei PatientInnen kam es zu keiner Verknöcherung des ISG und somit war die Methode in diesen beiden Fällen nicht erfolgreich.

Dr. Hirtz macht auch darauf aufmerksam, dass unter seinen Kolleginnen und Kollegen oftmals das ISG in seiner Wichtigkeit unterschätzt wird, was sich auch darin widerspiegelt, dass lediglich zwei Chirurgen in Österreich diese OP Methode anwenden - aber das mit großem Erfolg.

Abgerundet wurde der Abend von einem genial abgehaltenen und aufbereiteten Vortrag: Daniel Schulz schaffte es, das Publikum in den ersten Minuten vor lauter Lachen zum Weinen zu bringen. Trotz später Stunde hatte er die volle Aufmerksamkeit des Publikums durch seine erheiternde und provokative Präsentationsmethode, die zum Nachdenken anregt. Er gab uns Einblick in den Spagat zwischen evidenzbasierter und komplementärer Therapie- und Diagnosemethoden. Er machte uns zum Beispiel bewusst, dass Bewegungstests zur ISG Diagnostik keine Evidenz aufweisen. Wenn sie trotzdem angewendet werden, was auch legitim scheint, dann nur als Cluster. Das heißt, dass zum Beispiel bei fünf durchgeführten Tests mindestens drei positiv sein müssen. Diagnosemittel der Wahl sind Provokationstests. Trotz alledem können wir uns sehr wohl auf unser therapeutisches Feingefühl verlassen und dürfen die Wirksamkeit so mancher nicht evidenter Therapiemethoden nicht unterschätzen und diese auch weiter anwenden!
Abgerundet wurde der perfekt organisierte Abend mit einem köstlichen Curry und einer perfekten Gelegenheit zum persönlichen Gedankenaustausch! Danke fürs Kommen und bis zum nächsten Physiotalk.

Michael Seyss-Inquart


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